Uerdinger Ruderclub e.V.

Schampus auf den Tummler

Andreas Birmes, Thomas Wolff, Stefan Mostardt, Herbert Spoden und Susanne Böhling ruderten am Samstag, 13. Juni einen Tag auf der Ijssel.
Eine schöne Tour! Auch wenn das Verwöhn-Programm für die einzige Frau im Boot noch etwas mau ausgefallen ist. Weil Thomas beispielsweise den versprochenen Schampus zuhause im Kühlschrank vergessen hat, wo er sicher und kühl liegt. Weil Andreas Samstagmorgens mitnichten die Krintenballen besorgt hat, auf die er mich so neugierig gemacht hatte.

Dabei hat es vielversprechend angefangen! Stefan rief an und erbot sich, mich abzuholen – so blieb mir die Radelei zum Bootshaus erspart. Der Aufbruch am Freitagnachmittag um halb vier vom Clubhaus unter der Rheinbrücke vollzog sich mit nicht nennenswerter Verspätung. Die Holzhäuschen, die Andreas auf dem Camping-Platz Swarte Schaar in Doesburg für uns gebucht hatte, hatten genau die richtige Ausrichtung. Die Männerhütte zeigte nach Nord-Westen und ließ uns einen wunderbaren Sonnenuntergang und Sternenaufgang erleben, bei dem wir sogar – dank Stefans Sternenkenntnissen – Bekanntschaft mit der Vega machten. Herbert produzierte im Wok aus vorgeschnibbelten Gemüseteilen eine perfekte Gemüsepfanne. Thomas grillte die Steaks genau auf den Punkt. – Nachdem ich zuvor Feuer geschnorrt hatte. Alle verlassen sich auf die Raucher, auf die sie dann schimpfen. Ich hätte richtig abstinent leben können. Denn Zigaretten – und Feuer – hatte ich nicht dabei und hätte ich mir nicht beides besorgt, hätten wir auch auf Fleisch verzichten können.

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Aber für Samstagmorgen hatten die Herren das richtige Wetter bestellt. Es war mild und die Sonne strahlte. Jetzt wurde sogar Tummler rehabilitiert. In den ich mich nach einem nicht näher zu benennenden Erlebnis im August 2007 nicht mehr setzen wollte! Aber bei der glatten Wasseroberfläche und dem wenigen Schiffverkehr waren seine niedrigen Bordwände kein Nachteil. Sein schlanker Leib half, dass wir die 48 Kilometer bis Deventer zügig abspulen konnten.

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Mittags lockte die imposante Kirche von Zutphen zu einer Rast in den alten Hafen. Dort plusterte sich der überaus wichtige Hafenmeister auf, dessen Meldestelle wir um fünf Meter verfehlt hatten, und wies uns einen Liegeplatz, der kaum zu handhaben war mit einem schmalen, langen und tief liegenden Ruderboot. Wir fürchteten, das nächste ablegende Boot werde den Bug des Tummlers um mindestens einen halben Meter verkürzen, aber et hätt all wer juut jejange.

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Auf dem Fluss überholten uns Boote mit Ruderern in schwarz-gelb-gestreiften Bienentrikots. Störche querten unseren Horizont. Austernfischer. Ein Kuckuck! Den ich in diesem Jahr noch gar nicht schreien gehört hatte. Schwärme junger Kiebitze. Ich hatte Zeit und Muße, allerlei Anregungen meiner Ruderkameraden aufzugreifen und falsche Bewegungsabläufe abzutrainieren. „Keine Fliegen fangen!“ hatte Thomas mal angemahnt. „Die Hände beim Vorrollen öffnen und Luft an die Handflächen lassen und sie entlasten“, hatte Stefan noch am Vorabend vorgeschlagen. Nun ist es nicht so einfach, alte Gewohnheiten aufzugeben und sich Neues, Korrektes anzutrainieren. Das hat beileibe nicht immer geklappt, aber das Aua war abends wesentlich sanfter ausgefallen als sonst nach so einer Tour. Zum Schluss hatte ich nur Po. Besonders unter dem rechten Gesäßknochen.

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Als wir in den Hafen Deventer einfuhren, wurden wir mit großem Hallo, Applaus und Sekt empfangen. – Der dortige Ruderverein feierte sein 125-jähriges Jubiläum und hielt uns für Teilnehmer ihrer aus diesem Anlass gestarteten Vier-Tages-Regatta. „Kommst Du ja doch noch an Deinen Sekt“, sagte Thomas zufrieden. Ingrid de Langen, Organisatorin der Wettfahrt, drückte uns schließlich noch eine Einladung zur Ijssel-Regatta am 13. September in die Hand und sagte zum Abschied: „Ich habe gehört, dass auch zwei Boote aus Uerdingen teilnehmen werden“. Wir entdeckten dort auch ein Kirchboot eines
Vereins aus Mittelholland, das wir bei nächster Gelegenheit leihen können. „Das ist näher als Karlsruhe“, überlegte Andreas.

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Zum Schluss haben wir noch jeder eine Portion Friets en Frikandel gespeist. In Krefeld kamen wir müde aber guter Dinge um acht Uhr abends wieder an.

Text/Bilder: Susanne Böhling